Wer kennt das nicht? Tagelang arbeitet man an der perfekten Präsentation für den Chef oder den Schulvortrag und dann, beim entscheidenden Slide, wird der Beamer einfach schwarz. Grund: Der PC ist im Stand-by-Modus. Hektisches Maus-Gewackel und peinliche Stille sind meist die Folge.

Nun ist der der Stand-by-Modus an sich eine gute Sache. Kann der PC nach einer bestimmten Zeit keine Tastatur- oder Maus-Aktivitäten erkennen, schaltet er automatisch in den Ruhe-Modus. Das spart Energie und Geld. Das Problem: Allzu häufig unterbricht der PC dabei Anwendungen, die im Hintergrund laufen, wie zum Beispiel Downloads, das Abspielen von Video- oder Audiodateien oder eben Präsentationen. Um auf der sicheren Seite zu sein, schalten viele Nutzer den Stand-by-Modus daher einfach aus. Der höhere Energieverbrauch wird dabei in Kauf genommen.

Intelligenter Ruhe-Modus

 

Dass das nicht der Weisheit letzter Schluss sein kann, dachten sich auch die Schüler Florian Baader, Stephan Le und Matthias Wierich aus Unterhaching und entwickelten das Programm Stand-Bye. Die Idee ist simpel: Der PC soll nur dann in den Stand-by-Modus wechseln, wenn dadurch keine laufenden Anwendungen unterbrochen werden.  Stand-bye scannt also vor der Aktivierung des Ruhe-Modus alle möglichen Prozesse des Computers. Stößt es dabei auf eine Anwendung, die vom Stand-by-Modus betroffen sein würden, wird dessen Aktivierung verhindert. Die Gefahr des schwarzen Bildschirms während der Präsentation ist damit gebannt, ohne dass der Nutzer gezwungen ist, ganz und gar auf den Stand-by-Modus zu verzichten.

Die Software, die die Schüler für das Betriebssystem Windows programmiert haben, kann auf der eigenen Webseite oder den gängigen Software-Portalen kostenfrei heruntergeladen werden. Über 10.000 Downloads verzeichnet Stand bye mittlerweile und kommt dabei auf Bestnoten bei den Nutzerbewertungen. Und auch die Jury des perpetuum-Energieeffizienzpreis war überzeugt und ehrte die drei Schüler während der DENEFF-Jahresauftaktkonferenz 2017 mit dem Nachwuchspreis. Carsten Müller, Vorstandsvorsitzender der DENEFF, zeigte sich entsprechend beeindruckt: „Es ist bemerkenswert, dass Schüler auf Lösungen kommen, die großen Software-Herstellern seit Jahren nicht eingefallen sind. Als DENEFF sind wir stolz, den Energieeffizienzvorreitern eine Stimme zu geben.“

 

(Foto: Britta Pedersen)