DENEFF: Gelten die Energieeffizienzziele des Energiekonzeptes auch nach der Bundestagswahl noch? Sollten sie nicht endlich auch gesetzlich verankert werden?

Altmaier: Das Energiekonzept der Bundesregierung ist langfristig bis 2050 ausgerichtet und ist auch weiterhin zentrale Richtschnur für die Energiepolitik. Die Energieeffizienz ist und bleibt eine der drei Säulen unserer Energiewende – eine Säule, die aber noch wesentlich stärker sein könnte. Hierfür müssen wir unsere Ziele nicht zwingend gesetzlich verankern, sondern  wir müssen mit der Umsetzung vorankommen. Diese sollte in der Energiepolitik der nächsten Legislaturperiode einen wesentlichen Stellenwert einnehmen.

DENEFF: Die Bundesregierung hat im Klimaschutzplan „Efficiency First“ als künftiges Paradigma der Energiepolitik festgelegt. Wie könnte daraus Realität werden?

Altmaier: Unser Ziel ist langfristig eine sichere, bezahlbare und saubere Energieversorgung. Das Prinzip Efficiency First meint: Die Energie, die wir einsparen, müssen wir nicht erzeugen. Und das wird auch künftig richtig sein. Um die Energiewende zum Erfolg zu führen, müssen wir weiter daran arbeiten, bestehende Effizienz- und Einsparpotenziale zu identifizieren und diese wirtschaftlich zu heben.

DENEFF: Der Ruf nach einer Steuerförderung für Haussanierer ist immer noch laut: Wollen Sie einen neuen
Anlauf wagen?

Altmaier: Bei der steuerlichen Förderung der Gebäudesanierung sind wir leider bisher nicht wie gewünscht vorangekommen. Diese kann zusätzliche Anreize für Energieeffizienzmaßnahmen im Gebäudebereich setzen. Daher sollten wir die steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung nicht aus den Augen verlieren, sondern in der nächsten Legislaturperiode einen neuen Vorstoß wagen.

Über den Interviewten 

Peter Altmaier (MdB, CDU) ist Chef des Bundeskanzleramts und Bundesminister für besondere Aufgaben